Löhne der studentischen Beschäftigten an den niedersächsischen Hochschulen müssen angehoben werden
Donnerstag, 29. Januar 2009

"Lohnentwicklung ist unanständig"

Victor Perli, MdLDie Linksfraktion im Landtag hat die Landesregierung aufgefordert, sich für eine Anhebung der Löhne der rund 8000 studentischen Beschäftigten an Niedersachsens Universitäten einzusetzen. "Es gibt dringenden Handlungsbedarf", sagte der hochschulpolitische Sprecher Victor Perli. Die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage seiner Fraktion habe ergeben, dass die Studierenden in den vergangenen 16 Jahren aufgrund des stagnierenden Lohnes massive Reallohneinbußen hinnehmen mussten: Ihr Stundenlohn ist zuletzt im Jahr 1993 auf 8,02 Euro (an Universitäten) und 5,58 Euro (an Fachhochschulen) angehoben worden. Gleichzeitig seien die Verbraucherpreise zwischen 1994 und heute um etwa 22 Prozent und die Einkommen im öffentlichen Dienst um mehr als 16 Prozent gestiegen "Es gibt nur ein Wort, das die Lohnentwicklung der studentischen Beschäftigten zutreffend beschreibt: Skandal!", sagte Perli.

Völlig unverständlich sei außerdem, dass der Stundensatz zwischenzeitlich - im Jahr 2004 - sogar gesenkt worden sei: Um 3,7 Prozent auf 7,72 Euro bzw. 5,37 Euro. "Diese Lohnkürzung wurde mit der Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit im öffentlichen Dienst begründet, die auf eine Absenkung des Stundenlohns umgerechnet wurde. Diese Anpassung hat man mitgemacht, aber sämtliche Lohnsteigerungen nach Tarifabschlüssen wurden einfach ignoriert. Das ist unanständig", sagte Perli.

Er forderte die Landesregierung auf, sich Berlin als Vorbild für eine Anhebung der Lohnobergrenzen der studentischen Hilfskräfte zu nehmen. Dort gebe es einen eigenen Tarifvertrag für diese Beschäftigtengruppe, der Stundenlohn liege bei 10,98 Euro - unabhängig von der Hochschulart. "Das ist die Messlatte, an der ich diese Landesregierung messe", betonte Perli. Gleichzeitig müssten in Niedersachsen auch die Lohndifferenzen zwischen den Studierenden an Fachhochschulen und ihren Kollegen an den Hochschulen aufgehoben werden. "Es macht doch keinen Unterschied, ob eine studentische Hilfskraft an einer Fachhochschule oder an einer Hochschule einen Reader für ein Seminar erstellt oder ein Skript für einen Professor abtippt. Es handelt sich um gleichwertige Tätigkeiten. Deshalb ist ein Lohnunterschied von etwa 40 Prozent skandalös", erklärte Perli.

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 31. Januar 2009 )